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09 June 2017 @ 11:27 pm
Mein Ursprung  
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Folgendes ist ein bildlicher Ausdruck meiner Sicht der Dinge.
Er stellt nicht meine tatsächliche Wahrnehmung dar.

Ich komme von einem Planeten, einem Ort der ganz anders ist als dieser, auf dem ich aufgewachsen bin.
Dort sind Menschen Wirte, Charaktere an denen man wachsen kann und dienen damit nur dem einen Zweck -
uns die Chance zum Wachsen zu geben.
Es ist als befänden wir uns in einem Spiel, mit Wesen um uns die wir verstehen, jenen die wir nicht verstehen können und Gegnern - einer ganzen Reihe an Gegenspielern.
Doch anders als in einem gewöhnlichen Umfeld besteht das Spiel darin die Anderen zu finden, jene die so sind wie wir.

Wir sind Götter.
Es ist kein Spiel.
Und dies wo wir hier leben, das ist nicht unsere Welt.

Doch die Aufgabe bleibt bestehen.

Ich bin hier groß geworden unter Leuten die meinem Wirt ähneln.
Ein Mensch.
Doch mein Dasein bröckelt seit dieser Zeit, denn ich bin einer dieser mächtigen Götter, von der Sorte die stark genug sind Welten zu verändern.
Und so ist auch mein Wirt ein sehr zerbrechliches Wesen, immerhin muss sie einer starken Macht ein Heim bieten.

Meine Gedanken, die Art wie ich Dinge sehe, wahrnehme, spüre und werte ist vollkommen anders als von allen anderen Menschen die ich in all meinen Lebensjahren kennenlernen durfte.
Und nicht nur ich sehe das, ebenso bekomme ich diese Rückmeldung in einer vielfachen Anzahl.
Ich bin neugierig, wissbegierig und fordere mich und die Welt stets heraus.
Es besteht keine Chance das ich mich mit Menschen und ganzen Gruppen von ihnen abgebe, sofern ich sie lenken will, denn das Universum selbst ist mein Gegner.
Mein ICH ist unfassbar groß und stolz, dennoch weise und fast zahm.
Wo alle anderen nur sie selbst sind, da bin ich jeder und alle zugleich.
In mir lebt ein Universum, das die Welt um sich herum herausfordert und ihr die Stirn bietet.
Ich spiele nicht mit Menschen, weil es zu einfach wäre.
Und mein Gegner ist so viel mächtiger und härter als ich es je sein könnte.
Aber dieses Spiel schult mich und lässt mich wachsen und ich bin Willens genug mich dessen zu bedienen.

Dennoch vermisste ich viele Jahre jemanden.
Selbst als diese Art von Gott, selbst als Wesen das einem kompletten Universum Unterschlupf bietet und damit schier unendlich vielen Lebewesen, fehlt einem dann und wann jemand bestimmtes.
Diese selbe Art. Ein anderer Gott.

Und er fand mich. Oder ich ihn.
Ich schätze, so genau kann man das nicht festlegen.
Nein, er ist kein Seelenverwandter, er gehört zu keiner einzigen meiner Seelen, er ist noch nicht mal auf der selben Seite wie ich, doch dazu später. Ebenso ist er kein Halbgott, kein Wesen das ich vergöttere und verehre auf diese sehr bestimmte selbstaufgebende Art und Weise. Er hat einfach nur den selben Ursprung wie auch ich.
Und er ist sehr sehr jung.

Auf meinem Planeten, da wäre meine Herrschaft über das Schattenreich gewiss.
In der Dunkelheit sehe ich besser, fühle mich wohler, bin wacher, geübter, aufmerksamer und talentierter.
Es ist dieser Zeitraum wo ich die beste Version meiner selbst sein kann, beflügelt vom ungezügelten Zufriedenheitsgefühl. Und auch die Taten die ich vollbringe liegen mir mehr, wenn ich die Böse sein darf.
Wenn Leid um mich herum geschieht. Wenn ich die Ursache dafür bin.

Doch da mein Spiel darin besteht eben innerhalb der Regeln zu gewinnen, gebe ich in dieser Realität und mit diesem Wirt unter diesen Bedingungen meinem Drang nicht nach. Ich halte mich zurück. Unter anderem auch weil der Wert nicht gewichtig genug ist.
Für mich haben Normalsterbliche keine besondere Daseinsberechtigung.
Ich habe kein Problem damit mit ihnen zu kommunizieren oder ihnen irgendwie auf irgendeine Weise zu begegnen.
Sie sind mir schlicht egal.
Ausgenommen sind jene menschlichen Wesen die ich auf irgendeine Art und Weise lieb gewonnen hab.
Vor ihm war ja Niemand anderes da und ich suchte Verbündete in den Reihen der Wirte, fähige, für die ich Anfangs schon ein wenig Sympathie erübrigen konnte. Dies baute ich aus, bis sie meine Freunde wurden.

Dieser andere Gott von dem ich sprach ist sehr oft das komplette Gegenteil zu mir.
Er wird nie ein mächtiger Gott sein, doch dennoch stets der guten Seite zugehörig.
Wir teilen diese Grundbasis und doch kaum etwas danach.
So wie ich ausbreche aus meinen Wurzeln, so funktioniert dies auch bei ihm.
Er erkennt Dinge, die nur ich sehen kann.
Nicht immer, nur manchmal. Aber selbst wenn ich all meine Kraft aufgeboten habe, so konnte ich sie doch nie jemandem zeigen. Und nun existiert er in meiner Welt und sieht einfach so, ohne das ihm das jemals jemand beigebracht hätte, ohne das es in irgendeiner Art und Weise realisierbar ist es ihm zu verdeutlichen, das was ich sehe.

Ich würde lügen, würde ich sagen ich wäre nicht beeindruckt, nicht neugierig, nicht gierig danach so viel Kontakt wie möglich zu haben um herauszufinden wie weit dies gehen kann.
Nicht auf menschlicher Basis, sondern rein der geistige Anteil will stets mehr davon.
Zeitgleich hat er noch so viel zu lernen, zu erkennen, zu erfahren und so übe ich mich in Geduld.
Zum jetzigen Zeitpunkt würde es auch schlicht keinen Sinn machen.
Und dennoch: Wir wachsen aneinander und geben uns sehr viel, sowohl menschlich, als auch göttlich und ich bin unfassbar froh das ich ihn kennen darf.

Ob alle von uns so lange auf etwas für sie so unglaublich wichtiges warten müssen,
ob sich all unsere Wünsche eines Tages erfüllen?

Wir sind so unterschiedlich.
Die selbe Art ist vergleichbar als wäre man auf einem Kontinent wo alle eine Sprache sprechen, die du nicht lernen kannst. Und dann findest du diese eine Person, nach unendlich langer Zeit und sie spricht in einer Form die du verstehst.
Doch während all der Kommunikation stellst du fest das ihr sehr oft anders seid, sehr ungleich.
Ich denke, so kann man es am besten verstehen. Dieser Zweifel daran das dies Bestand hat.
Und zeitgleich dieser sehr intensive Wunsch dennoch genau diesen Jemand im Leben zu behalten, weil er einen zumindest mal versteht und man ihn selbst verstehen kann.

Wir werden selbst erfahren müssen ob die Freundschaft zwischen dem Junggott der guten Seite und dem mächtigen Gott der bösen Seite auf Dauer bestand hat.
Ist doch auch schön - sich mal überraschen lassen zu können.
Ihr glaubt nicht was dies einem Wesen bedeutet, das so vieles vorher sieht.